Seit November
Stuttgart / Remshalden: Millionen-Betrüger flüchtig

Stuttgart: Millionen-Betrüger aus Remshalden flüchtig - Ein 48 Jahre alter Mann aus Remshalden ist dringend verdächtig, seit 2007 Geldanlagegeschäfte mit einer Renditeaussicht von 10 bis 50 Prozent pro Quartal angeboten zu haben.
Der Tatverdächtige ist seit Mitte November 2010 mit einem geliehenen Porsche flüchtig. Nach den bisherigen Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft hat er seine bisher bekannten Anleger um mehr als 1,1 Millionen Euro betrogen.
Seine Geschäftsidee war, dass er angeblich eine Software für einen Lkw-Hersteller entwickelt hatte, deren Inhalt die effiziente Nutzung der Lademöglichkeit der Lkws ist.
Nachdem die LKWs nach einer größeren Laufleistung bei Speditionen ausgesondert werden, würde er die Geräte mit der Software günstig zurück erhalten.
Die Software sollte dann ein neues Update erhalten und könne dann mit enormen Gewinnen ins Ausland veräußert werden. Für den Ankauf der Altgeräte, so der findige Geschäftsmann, benötige er zeitnah größere Geldbeträge, welche er jedoch von Banken nicht zeitnah erhalte, weshalb er auf Privatinvestoren setze.
Tatsächlich fanden sich nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler auch 15 Interessenten, die Bargeld in Höhe von 30.000 bis 250.000 Euro anlegten. Nach der Bargeldübergabe traf der Tatverdächtige die Anleger regelmäßig, um ihnen den Stand ihrer Vermögensanlage mitzuteilen.
Hierbei führte der 48-Jährige die einbezahlten Gelder und die angeblichen Gewinne in Bar vor, um das Vertrauen der Anleger weiter zu bestärken. Durch diese Vorgehensweise brachte er die Anleger dazu, ihre Bargeldeinlagen samt der angeblichen Gewinne weiter zur Verfügung zu stellen.
Mitte Oktober 2010 gab der Beschuldigte gegenüber einem Anleger an, dass es zu Störungen bei einem Zulieferer gekommen sei.
Seit dem 12.November befindet sich der Mann mit einem Porsche, Cayenne, den er zuvor von einer Bekannten geliehen hatte, auf der Flucht.
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen legten bislang insgesamt 15 Geschädigte, Gelder in Höhe von 30.000 bis 250.000 Euro, mit einer Gesamtsumme von 1.148.759 Euro an.
Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat eine Durchsuchung von insgesamt drei Wohn- und Geschäftsanschriften beantragt. Hierbei konnten allerdings keine Erkenntnisse über den Aufenthalt des Flüchtigen gewonnen werden.
Außerdem hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart beim zuständigen Amtsgericht Stuttgart einen Haftbefehl gegen den Mann beantragt. Dieser wurde mittlerweile auch erlassen.(pol/mj)
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