Zwei junge Hüpfer aus Australien
Nachwuchs bei den Kängurus in der Wilhelma Stuttgart

Nachwuchs bei den Kängurus in der Wilhelma Stuttgart. Zwei junge Rote Riesenkängurus sind in der Wilhelma Stuttgart vor rund einer Woche erstmals aus den Beuteln ihrer Mütter gehüpft: Erst damit gelten sie laut Geburtenregister des zoologisch-botanischen Gartens offiziell als „geboren“. Denn Kängurus erblicken das Licht der Welt quasi zwei Mal ...
Den Mutterleib verlässt jeder Känguru-Nachwuchs schon 33 Tage nach der Befruchtung – als unfertiger „Embryo“ und nicht größer als ein Gummibärchen. Instinktiv krabbelt der Winzling dann direkt in Mutters Beutel, dockt dort an der Milchquelle an und trinkt sich fortan stetig größer und stärker. Frühestens nach vier Monaten riskiert das Jungtier erste Blicke aus dem Beutel, den ersten Ausflug wagt es nach rund einem halben Jahr: Mit diesem Erstkontakt zu Mutter Erde ist dann auch der zweite Teil der Kängurugeburt vollzogen. Allerdings dauern die ersten Streifzüge der jungen Hüpfer selten länger als fünf Minuten, gerade genug, um die schon beachtlich langen Beine zu strecken. Diese großen „Haxen“ bei der Rückkehr in Mutters glücklicherweise sehr dehnbaren Beutel wieder klein zu falten, ist dabei gar nicht so einfach, oft luken daher Kopf und Beine abenteuerlich verrenkt gemeinsam aus der mütterlichen Tragetasche.
Die Känguru-Gruppe der Wilhelma Stuttgart ist mit den beiden Jüngsten nun auf neun Tiere angewachsen: Zu ihr gehören der 2007 in Stuttgart geborene Pepe, der dieses Jahr erstmals Vater wurde, die beiden Mütter Frieda und Fergie sowie die Kängurudamen Bingara, Crimson, Jennifer und die bereits zwölfjährige Judith. Bis zu 15 Jahre leben Kängurus, ein ausgewachsener Roter Riesenkänguru-Mann kann anderthalb Meter groß und 85 Kilo schwer werden. Anlegen solle man sich mit so einem Kerl allerdings nicht, denn für den dann folgenden Boxkampf bringt das Tier gleich vier Fäuste mit in den Ring. Beliebte Technik: der Sprung mit beiden Hinterbeinen in den gegnerischen Bauch. Zum Glück ist Pepe ein friedlicher Zeitgenosse, denn viele männliche Kängurus betrachten durchaus auch menschliche Zweibeiner als Rivalen. Einzigartig ist die Fortbewegung der Kängurus – und energiesparend obendrein. Forscher fanden heraus, dass die wie Sprungfedern wirkenden Sehnen der Kängurubeine bei jedem der meterweiten Sprünge 96 Prozent der Energie für den nächsten Hüpfer speichern und die Tiere auch bei hohem Tempo von bis zu 50 Stundenkilometern kaum mehr Sauerstoff verbrauchen als in Ruhestellung.
(Wilhelma Stuttgart)
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