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Stuttgart Journal :: Da Vinci Projekt am Karlsplatz Stuttgart: Behnisch Architekten gewonnen



05.03.10 / 09:13 Uhr

Architektenwettbewerb

Da Vinci Projekt am Karlsplatz Stuttgart: Behnisch Architekten gewonnen

Bild:  Behnisch Architekten



Da Vinci Projekt am Karlsplatz Stuttgart: Behnisch Architekten gewonnen.  Der Architektenwettbewerb für das Projekt Quartier am Karlsplatz ist entschieden. Der erste Preis ging an die Behnisch Architekten Stuttgart.

"Dies ist ein Tag, der uns mit großer Freude erfüllt", kommentierte Finanzminister Willi Stächele das Wettbewerbsergebnis. Nun biete sich die Chance, die Landesministerien neu zu ordnen.  Breuningerchef Willem G. van Agtmael sagte, dies sei "ein ganz besonderer Tag". Der Entwurf von Behnisch passe sich sehr gut in die Umgebung ein. Vor allem der offene Eingang zur Sporerstraße sei wichtig.

Oberbürgermeister Wolfgang Schuster betonte, es werde hinter dem Breuninger-Areal "ein Stück lebendiges Stuttgart im historischen Kern entstehen". Da es sich "um ein sehr sensibles historisches Umfeld" handle, müsse sich die Neubebauung dort geschickt einfügen. "Nun haben wir eine herausragende Lösung gefunden." Dank hochwertiger Architektur und mit neuen öffentlichen Plätzen könne ein attraktives Quartier geschaffen werden. "Wir begleiten gerne die weitere Entwicklung", so der OB.  Allerdings müsse im Hinblick auf das frühere "Hotel Silber" der Entwurf noch deutlich bearbeitet werden. Schuster: "Im Sinne der Erinnerungskultur brauchen wir einen Ort, wo der Gräuel im ehemaligen Gestapo-Keller gedacht wird. Nun brauchen wir Vorschläge, wo und wie dies in diesem Gebiet zu machen ist, und wie die konkrete Ausgestaltung aussehen kann."

Auch Breuningerchef Agtmael verwies darauf, dass der Gedenkstätte noch nicht genügend Beachtung geschenkt werde. "Da muss noch nachgearbeitet werden."

Finanzminister Stächele will, das die Erinnerung wachgehalten wird. "An einer geeigneten, guten Stelle muss gezeigt werden, was das für ein Ort gewesen ist."

Gläserne Dachlandschaft

Architekt Stefan Behnisch wies auf die die komplexe Aufgabe hin, das Areal zwischen Altem Waisenhaus und Karlsplatz, Markthalle und Kaufhaus Breuninger in die bestehende Bebauung einzufügen. Sein Büro habe mit einer "zweischichtigen Lösung" eine Antwort gegeben: Mittels einer Sockelzone mit einer moderaten Höhe und einer darüber gelegten gläsernen Dachlandlandschaft. Diese zieht sich an der Sporerstraße bis auf Straßenniveau herunter. Das Gebäude selbst springt hier zurück, "so dass ein Platz entsteht". Behnisch: "Wir haben darauf geachtet, die für Stuttgart wichtige Markthalle nicht zu erdrücken." Mit der nun gewählten Traufhöhe respektierten die geplanten Gebäude die Umgebung.

Auf rund 48.000 Quadratmetern werden ein Ministeriumsbau, ein Hotel sowie Flächen für hochwertigen Einzelhandel, Restaurants, Bars und Café entstehen. Insgesamt sollen etwa 700 Stellplätze in einer Tiefgarage realisiert werden. Das neue Fünf-Sterne-Hotel wird 150 Zimmer haben.

"Klein aber fein", nannte OB Schuster diese Lösung. "Wir brauchen eine hochwertige Hotellerie in der Stadt, und der Karlplatz ist ein guter Ort dafür."

2014 soll das Quartier eingeweiht werden

Aus der Schar von 129 Bewerbern hatten das Finanzministerium für das Land Baden-Württemberg und die E. Breuninger GmbH als Auslober zwölf Entwürfe ausgesucht, elf davon waren im Oktober vergangenen Jahres ins Rennen um die weitere Etappe gegangen. Im nächsten Jahr werden die Bauarbeiten ausgeschrieben und Ende 2011 sollen die Bagger anrollen. 2014 soll das Quartier am Karlsplatz eingeweiht werden.

Die Gesamtkosten für Land und Breuninger einschließlich der Grundstücke bezifferte van Agtmael mit 280 Millionen Euro.

Der zweite und der dritte Preis gingen an zwei Berliner Architektenbüros: Kleihues und Kleihues sowie Sauerbruch Hutton.

Modelle und Pläne sind von 8. bis 20. März im Haus der Wirtschaft ausgestellt.

(red/mp)

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