Ines ist da!
Nachwuchs bei den Kängurus in der Wilhelma Stuttgart

Nachwuchs bei den Kängurus in der Wilhelma Stuttgart. Ein kleines Rotes Riesenkänguru namens Ines ist im August erstmals dem mütterlichen Beutel entsprungen – und das ist der Moment, ab dem ein Känguru in der Wilhelma Stuttgart offiziell als geboren gilt. Ihre Mutter ist die 13-jährige und damit schon recht betagte Kängurufrau Judith. Mit ihrer jüngsten Tochter Ines hat sie nun das Dutzend ihrer Kinderschar voll gemacht.
Für ihr Alter ist die „Känguru-Oma“ Judith, die vor mehr als 13 Jahren selbst in der Wilhelma geboren wurde, noch topfit: Nie hatte die Stammesälteste der Gruppe größere gesundheitliche Probleme – auf schwäbisch „Zipperlein“ genannt – und mittlerweile hat sie zwölf Jungtieren das Leben geschenkt. Judiths jüngster Nachwuchs Ines hüpfte am 10. August erstmals aus dem Beutel. Den Mutterleib verließ Klein-Ines, wie alle Kängurubabys, allerdings schon viel früher – nämlich bereits 33 Tage nach der Befruchtung. Das Erstaunliche: Obgleich die Jungen zu diesem Zeitpunkt noch eher Embryos als fertige Kängurus sind und gerade mal so groß, dass sie auf einen menschlichen Daumennagel passen, krabbeln sie aus eigener Kraft und zielsicher in Mutters Beutel. Hier tun sie fortan nichts anderes, als an Mamas Zitze zu hängen, zu trinken und zu wachsen. So geht das rund vier Monate, bevor erstmals ein kleiner Kängurukopf aus dem Beutel lugt. Nochmals zwei Monate später ist es soweit: Der junge Hüpfer wagt sich ganz aus seinem Beutel heraus und kommt damit quasi zum zweiten Mal auf die Welt. In der Wilhelma wird dieser Moment dann als eigentlicher Geburtstermin in die „Känguru-Kartei“ eingetragen.
Fast ihr ganzes Leben lang hat Judith jedes Jahr Nachwuchs bekommen, in manchen Jahren sogar zwei mal – insgesamt sieben Töchter und fünf Söhne, die in anderen Zoos weltweit Judith inzwischen auch viele Enkel und Urenkel geschenkt haben dürften. Denn Babypausen gibt es bei Kängurus normalerweise nicht: Kaum hat ein Junges den Beutel verlassen, „dockt“ kurz darauf schon das nächste an Mutters Zitze an. Voraussetzung für diese „Fließbandproduktion“ nach Känguruart ist es natürlich, dass stets ein Kängurumann als Vater zur Verfügung steht.
In der Wilhelma übernimmt diesen Part derzeit der 2007 in Stuttgart geborene Pepe. Zu seiner „Herde“ gehören neben Judith noch deren 2006 geborene Tochter Jennifer, die drei Kängurufrauen Fergie, Bingara und Crimson – sowie derzeit mit Ines nunmehr vier Jungtiere. Obgleich eindeutig die Kleinste im Ring, misst Ines aufgerichtet immerhin ebenfalls schon über einen Meter. Gegenüber einem erwachsenen Riesenkängurumann, der bis zu zwei Meter erreichen kann, ist sie allerdings immer noch ein ziemlich kleines Riesenkänguru ...(red/jk)
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