Giraffen-Nachwuchs in der Wilhelma Stuttgart. Am Mittwoch, den 12. Oktober, kam im Giraffenhaus der Wilhelma endlich der längst erwartete zweite Nachwuchs des Jahres 2011 zur Welt: Und es ist erneut ein kleiner Bulle! Bereits im Juli war mit „Kasper“ ebenfalls ein Giraffenjunge geboren worden, mit der Frauenquote sieht es dieses Jahr also schlecht aus. Seit heute hat Kaspers kleiner Halbbruder auch einen Namen: „Malik“ – in der afrikanischen Sprache Swahili bedeutet das „König“. Ein passender Name für die jüngste kleine „Hoheit“, die ab sofort zusammen mit ihrer siebenjährigen Mutter Kiburi im Giraffenhaus, im Vorgehege und bald sicher auch in der Außenanlage bewundert werden kann.
Schöne große Augen mit langen Wimpern, ein weiches Mäulchen mit vorwitzig langen Lippen und ein leicht verwundert wirkender Gesichtsausdruck – auch Kiburis zweiter Nachwuchs mit Herdenchef Hanck ist wieder ein Bild von einer Netzgiraffe geworden. Nur die Hörnchen stehen noch leicht schräg vom Kopf des kleinen Malik ab: Damit sie während der Geburt nicht störend im Weg herumstehen, liegen sie nämlich zunächst vollständig an, um sich dann Tag für Tag ein Stückchen weiter aufzurichten. Bei Malik ist dieser Vorgang fast abgeschlossen, sprich in wenigen Tagen werden die Hörnchen vollends aufgerichtet sein, wie es sich gehört.
Es läuft also bislang alles ganz normal und giraffentypisch ab: von der Geburt am Morgen des 12. Oktober, die nach rund zwei Stunden und einem gebremsten freien Fall aus zwei Metern Höhe erfolgreich beendet war, über das schnelle Aufrappeln des Kleinen und seine ersten wackligen Balanceakten auf den langen Stelzen bis hin zum ersten kräftigen Schluck aus Mutters Milchquelle. Damit diese reichlich fließt, bekommt Mutter Kiburi von den Tierpflegern derzeit besonders große Portionen Luzerne, Heu, Laub und Gemüse serviert.
Nun muss der Kleine also nur noch wachsen und gedeihen, was bei Giraffen jedoch unwahrscheinlich schnell gehen kann: Bei der Geburt sind sie rund 60 Kilogramm schwer und etwa 1,70 Meter groß – und gleich im ersten Jahr legen sie einen weiteren Meter an Höhe zu. In der Wildnis ist dies ein wichtiger Überlebensfaktor: Denn mit jedem Zentimeter wachsen dort auch die Chancen, nicht im Rachen eines hungrigen Raubtieres zu enden. Trotzdem erreichen „dank“ Beutegreifer, Krankheiten und Co. in den afrikanischen Savannen bis zu 75 Prozent der Junggiraffen nicht einmal das erste Lebensjahr. Zwar drohen in der Wilhelma keine Gefahren durch Raubtiere, dennoch bleibt nach einer Geburt das Giraffenhaus in der Regel zunächst einige Tage geschlossen – damit Mutter und Kind unter Ausschluss der Öffentlichkeit erst einmal in Ruhe ihre Bindung festigen können. Erst dann stoßen auch Malik und Kiburi zum Rest der Herde in der großen Anlage: zu Maliks älterer Schwester, der 2009 geborenen Leonie, zu der zweiten Giraffenkuh Kitale, ihrem Sohn Kasper und dessen älterem Bruder Leon sowie zu Vater Hanck. (Wilhelma/jk)